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Wie Gewichtszunahme bei Senioren mit Zahnverlust zusammenhängt

Wer im höheren Alter nur noch über wenige Zähne verfügt, Probleme beim Kauen und/oder fortgeschrittene Parodontitis hat, unterliegt einem erhöhten Risiko, an Gewicht zuzulegen – so das Kernergebnis einer Studie mit mehr als 900 über 70-jährigen Probanden.

Die Gefahren hochverarbeiteter Lebensmittel sind mittlerweile sattsam bekannt. Sie reichen von Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen über manche Krebsarten bis hin zu depressiven Symptomen. Zudem erhöht das sogenannte „Convenience Food“ wegen seiner hohen Kaloriendichte bei gleichzeitiger Nährstoffknappheit das Risiko von Übergewicht. Genau dies macht sich offenbar auch bei älteren Menschen bemerkbar, die wegen fehlender Zähne und einer eingeschränkten Kaufunktion auf stärker verarbeitete, weichere Nahrungsmittel setzen.

So zumindest lautet eine Hypothese, mit der ein Forscherteam im Fachmagazin „Journal of Periodontology“ seine jüngsten Studienergebnisse erklärt. Im Fokus der Untersuchung stand der Zusammenhang zwischen Körpergewichtsveränderungen und Zahnstatus bei 903 Probanden im Alter von 70 bis 79 Jahren. Im vierjährigen Beobachtungszeitraum wurden bei einem Viertel der Studienteilnehmer eine Gewichtsabnahme (um mindestens 5 Prozent) und bei 11,5 Prozent eine Gewichtszunahme (ebenfalls um mindestens 5 Prozent) registriert.

Vor allem fehlende Seitenzähne erhöhen das Risiko

Wie sich zeigte, gab es einen signifikanten Zusammenhang zwischen Gewichtszunahme und geringer Zahngesundheit, gemessen an der Zahl der fehlenden Zähne, dem parodontalen Attachmentverlust und Problemen beim Kauen. Das Risiko zusätzlicher Kilos lag insbesondere bei fehlenden Seitenzähnen deutlich höher, gerade wenn aufeinander aufsetzende Molarenpaare verloren gegangen waren. Wer nicht mehr gut kauen kann, steigt auf tendenziell stärker verarbeitete und bequemer konsumierbare Lebensmittel um und legt in der Folge häufig an Gewicht zu, so die eingangs erwähnte Schlussfolgerung der Forscher. 

„Ältere Menschen können die heimische Mundhygiene oft nicht mehr so konsequent und effektiv wie in früheren Zeiten umsetzen, mit entsprechenden Risiken für die Zahngesundheit. Umso wichtiger sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, um die natürlichen Zähne möglichst lange zu erhalten“, betont die in Berlin-Adlershof praktizierende Zahnärztin Dr. Maren Schmidt. „Dadurch kann man auch bis ins hohe Alter die ganze Bandbreite an Lebensmitteln genießen.“