030 - 651 37 96 Online Termin vereinbaren

Zahnimplantate könnten zukünftig Einzelstücke sein

Ein unter anderem von Forschern der TU Berlin und der Charité entwickeltes Implantat wird präzise in Form der jeweiligen Zahnwurzel 3D-gedruckt. Es soll die Belastung für die Patienten signifikant reduzieren.

In der Zahnimplantologie werden gemeinhin vorproduzierte Titanstifte verwendet, deren Größe und Form nach Maßgaben der Versorgungssituation gewählt werden. Geht es nach Wissenschaftlern der TU Berlin, der Charité und der Berliner Firma trinckle 3D GmbH, dann wird sich das bald ändern: Sie haben kollaborativ einen Implantattyp entwickelt, der jeweils passgenau nach einem 3D-Röntgenbild der Zahnwurzel mit einer Titanlegierung Schicht für Schicht ausgedruckt wird (additives, pulverbettbasiertes Laserstrahlschmelzen). Auch für die Nachbearbeitung haben die Forscher einen Prozess ersonnen und optimiert. 

Das Individual-Implantat wird direkt nach der Entfernung der Zahnwurzel eingesetzt. Laut den Entwicklern ist dieses Verfahren minimalinvasiver und damit schonender für die Patienten als die heute gängigen. 

Kein Außen-, aber noch ein Innengewinde
Das innovative Berliner Implantat trägt kein äußeres Gewinde; an der Oberseite wird lediglich ein Innengewinde hineingefräst, in das später das Verbindungsstück geschraubt werden kann, das wiederum den Zahnersatz aufnimmt. Auch die Implantatkonstruktion der Zukunft soll demzufolge aus drei Teilen bestehen. 

Es böte zwar Vorteile, die Zahnkrone direkt zu integrieren. Doch ein gewichtiger Grund spricht auch schon bei heutigen Implantatmodellen dagegen: „Ein Zahnimplantat muss zunächst stabil einheilen, bevor es seine eigentliche Aufgabe – Zahnersatz zuverlässig zu tragen – übernehmen kann. Man nennt diesen Prozess Osseointegration“, erklärt die in Berlin-Adlershof praktizierende Zahnärztin und Implantologin Dr. Maren Schmidt, die nicht an der Neuentwicklung mitgewirkt hat. „Wenn das Implantat von Beginn an die Zahnkrone trägt, wird es unweigerlich sofort mit belastet – das Verlustrisiko steigt dadurch enorm.“