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Wie Arzneien auf Implantate einwirken können

Welche regelmäßig eingenommenen Medikamente den Sitz von Implantaten – positiv wie negativ – beeinflussen, ist Gegenstand einer Vielzahl von Studien. Jüngst wurden Magen- und Blutdruck-Arzneien unter die Lupe genommen.

Der menschliche Kiefer unterliegt einer Vielzahl von Wechselwirkungen mit anderen Körperregionen. Das gilt auch für Substanzen, die in den Stoffwechsel gelangen – wie Medikamente. Werden diese dauerhaft konsumiert, kann das Vorgänge im Mund- und Kieferbereich beeinflussen. Nicht immer muss ein solcher Einfluss für die Patienten nachteilig sein, er kann auch Heilungsprozesse beschleunigen bzw. Negativfaktoren abschwächen. Was zutrifft, lässt sich zwar meist theoretisch herleiten; Gewissheit erlangt man aber erst mit praktischen Studien. In ihnen werden jeweils für einen Wirkstoff oder eine Wirkstoffgruppe die Auswirkungen auf bestimmte Aspekte der Mundgesundheit untersucht.

Besonders wichtig ist das für die Implantologie. Hier ist es wesentlich für den Erfolg, wie gut das Implantat jeweils mit dem umliegenden Kiefergewebe verwächst. Wird dieser Vorgang gehemmt, kann die Stabilität des Implantats darunter leiden, bis hin zu dessen frühzeitigem Verlust. Auf der anderen Seite können günstige Einflüsse zu einer besseren Integration – Mediziner sprechen von „Osseointegration“ – in den Kiefer führen.

Studien zu Betablockern und Protonenpumpenhemmern

In zwei Studien wurde kürzlich bestätigt, was die Forscher schon vermutet hatten: Betablocker fördern die Implantat-Festigkeit, Protonenpumpenhemmer wirken sich dagegen implantologisch ungünstig aus. Das erbrachte eine zahnmedizinische Langzeitbeobachtung von jeweils über 700 kanadischen Patienten mit Implantat. 6,8 Prozent der Teilnehmer, welche die als „Magensäureblocker“ beliebten Protonenpumpenhemmer einnahmen, verzeichneten einen vorzeitigen Implantatverlust. In der Kontrollgruppe waren es 3,2 Prozent. Umgekehrt das Bild bei den blutdrucksenkenden Betablockern, von deren Konsumenten lediglich 0,6 Prozent – gegenüber 4 Prozent in der Kontrollgruppe – eine fehlgeschlagene Implantatbehandlung vermeldeten.

Ein erfreuliches Ergebnis also für Bluthochdruckpatienten, die regelmäßig Betablocker einnehmen. Doch auch für die Menschen mit Magenproblemen und Protonenpumpenhemmer-Verordnung sind die leicht erhöhten Risikowerte kein Grund zur Besorgnis: Ein versierter Zahnarzt bzw. eine versierte Zahnärztin wird immer das Nötige tun, um den Erfolg der Implantattherapie sicherzustellen – die Qualität der Behandlung zählt am Ende deutlich mehr als statistische Medikamenteneffekte.