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Wie Anti-Aging-Präparate die Mundgesundheit verbessern könnten

In eine möglicherweise zukunftsweisende Richtung forschen US-Wissenschaftler, die sich dem Alterungsprozess widmen: Ein von ihnen untersuchtes Anti-Aging-Präparat wirkte sich positiv auf die Mundgesundheit von Versuchsmäusen aus.

Es klingt zunächst nach leicht esoterischer Utopie: Ein Mittel, das die Alterung aufhalten soll, verhindert oder bremst zumindest eine Parodontitis und verbessert die Mundflora. Genau diesen Effekt haben Forscher der University of Washington nun jedoch beobachtet.

Ihre Erkenntnis ging aus Versuchen mit dem Immunsuppressivum Rapamycin hervor. Dieses Medikament hemmt das Immunsystem, um etwa nach einer Transplantation zu verhindern, dass das neue Organ abgestoßen wird. Auch bei Autoimmun- und bei manchen rheumatischen Erkrankungen wird Rapamycin unter anderem eingesetzt.

Schon vorangegangene Experimente in den vergangenen Jahren hatten gezeigt, dass das Medikament Mäuse deutlich langsamer altern lässt als üblich. Es gehört damit zu den großen Hoffnungen derjenigen, die sich forschend dem Alterungsprozess des Menschen entgegenstemmen.

Wie hängen Parodontitis und biologisches Alter zusammen?
Die Wissenschaftler gingen nun der Hypothese nach, dass es einen engen Zusammenhang zwischen dem biologischen Alter und dem Parodontitisrisiko bzw. -schweregrad gibt. Dazu verabreichten sie Versuchsmäusen über acht Wochen hinweg Rapamycin und verglichen die Tiere im Anschluss mit denen einer unter ansonsten gleichen Umständen gehaltenen Kontrollgruppe. Es zeigte sich, dass die mit dem Medikament gefütterten Mäuse nicht nur mehr Knochenmasse entwickelt hatten.

Auch die Zahl der Zahnfleischentzündungen lag deutlich unter der in der Kontrollgruppe. Zudem wiesen die Rapamycin-Mäuse eine gesündere Bakterienzusammensetzung („Mikrobiom“) im Mundraum auf, es fanden sich also weniger entzündungsfördernde Bakterienarten.

Bevor das Mittel nun als zahnmedizinische Präventions-„Wunderwaffe“ zum Einsatz kommen kann, sind noch ausgiebige weitere Forschungen vonnöten, vor allem natürlich an menschlichen Probanden. Nicht zuletzt muss geklärt werden, welche Nebenwirkungen Rapamycin bei langfristiger Einnahme bewirkt. Zahngesundheitsbewusste Menschen sollten jedenfalls einstweilen davon absehen, zur Selbstmedikation mit Rapamycin zu greifen, und sich der klassischen Vorbeugungsmaßnahmen bedienen: sorgfältige Mundhygiene, nicht rauchen, zahnschonend ernähren.