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Warum von Nikotinbeuteln (nicht nur) zahnärztlich abzuraten ist

Besonders unter Jugendlichen gelten tabakfreie Nikotinbeutel, häufig Snus genannt, als schonende, sozial akzeptiertere Alternative zu Zigaretten. Erste Studienergebnisse deuten indes auf Risiken für die Mundgesundheit hin.

Nach E-Zigaretten und Vapes rollt bereits der nächste Trendzug in Sachen Rauchersatz durch Deutschlands Jugend: mit einem Nikotinsalzpulver und Trägerstoffen befüllte Beutelchen, die zwischen Lippe und Zahnfleisch platziert werden. Dort entfalten sie Aromen und eben auch Nikotin. Snus werden sie umgangssprachlich genannt, nach dem ebenfalls über die Mundschleimhaut konsumierten Tabak aus Skandinavien. Der Handel mit Nikotinbeuteln ist hierzulande zwar verboten, doch im Internet gibt es praktisch keine Schranken, und auch einige Kioske verkaufen sie unter der Hand. 

Der Trend ist nicht nur herzmedizinisch brisant, da Nikotin die Gefäße schneller altern lässt, Atherosklerose fördert und das Diabetesrisiko erhöht. Auch für die Mundgesundheit stellt er keine gute Nachricht dar. Zwar ist die Studienlage dazu noch lückenhaft, doch es gibt deutliche Hinweise auf Zahnfleischschädigungen durch Snusgebrauch, wie ein Forscherteam der Universität Göteborg kürzlich berichtete.

26 Studien ausgewertet
Die Wissenschaftler recherchierten, welche aussagekräftigen Studien in Europa bisher zum Einfluss von Snus auf Zahnfleisch und Zähne vorliegen und wie sich ihre Ergebnisse zusammenfassen lassen. 26 Studien erwiesen sich als geeignet. Sie zeigen durchgängig, dass Snus zu Zahnfleischrückgang an der Stelle führt, wo er regelmäßig platziert wird. In einigen Studien wurden zudem erhöhte Entzündungswerte im Zahnfleisch festgestellt. Uneinheitlich stellt sich das Bild beim Kariesrisiko dar: Während manche Studien bei Snus-Konsumenten mehr kariöse Zähne konstatierten, fehlt es den Metastudienautoren zufolge bisher an belastbaren Hinweisen auf einen Zusammenhang. Diese Ergebnisse betreffen indes den klassischen Snus.

Für die neuen, tabakfreien Nikotinbeutel gibt es praktisch noch keine Langzeitdaten. Die Göteburger Forscher berichten indes von ersten Indizien für Veränderungen der Mundschleimhaut. Neben den Gefahren, die Nikotin für die systemische Gesundheit mit sich bringt, ein guter Grund mehr, die Beutelchen wegzulassen.