030 - 651 37 96 Online Termin vereinbaren

Mundgesundheit kann das Leben verlängern

Neue Studien bestätigen die Gefahren für die allgemeine Gesundheit, die von Parodontitis und Karies ausgehen können – darunter ein erhöhtes Schlaganfall- und Lungenkrebsrisiko.

Wegen seiner immensen Verbreitung wird das Volksleiden Parodontitis gern verharmlost, zumal es in den ersten Jahren meist einen milden Verlauf nimmt. „Viele Patienten neigen dazu, die Parodontitis-Symptome wie Zahnfleischbluten oder Rötungen und Schwellungen des Zahnfleischs zu bagatellisieren und hinzunehmen. Dabei ist frühes, konsequentes Gegensteuern von kaum zu überschätzender Bedeutung, für die Zähne wie für die systemische Gesundheit“, erklärt die Zahnärztin Dr. Maren Schmidt, die in Berlin-Adlershof praktiziert.

Seit einigen Jahren kristallisiert sich in einer Vielzahl von Studien immer klarer heraus, dass die anhaltende Entzündung im Mundraum irgendwann den gesamten Organismus in Mitleidenschaft ziehen kann. Das belegen auch zwei aktuelle Studien aus den USA.

Nachbeobachtungszeiträume von 21 und 16 Jahren
Im Rahmen der Kohortenstudie „Atherosclerosis Risk in Communities“ (ARIC) wurden knapp 6.000 US-Amerikaner zwischen 1996 und 1998 zahnmedizinisch untersucht und anschließend bis 2019 begleitet. Eine Auswertung zeigte nun, dass das Risiko eines Schlaganfalls und anderer gravierender kardiovaskulärer Ereignisse mit der Mundgesundheit zusammenhängt: Teilnehmer mit gutem Zahnstatus hatten ein 4,1-prozentiges Risiko eines ischämischen Schlaganfalls; bei vorliegender Parodontitis stieg es auf 6,9 Prozent; kam noch Karies hinzu, betrug es 10,0 Prozent und damit weit mehr als das Doppelte desjenigen von zahngesunden Probanden. 

Einen langen Nachbeobachtungszeitrum wies auch die „Health ABC Study“ auf, deren Ergebnisse kürzlich im Fachjournal „Oral Diseases“ publiziert wurden. Die 1.136 Teilnehmer waren zu Beginn mindestens 70 Jahre alt und wurden bis zu 16 Jahre lang begleitet. Im Fokus der Analyse standen das Lungenkrebsrisiko und die damit verbundene Sterblichkeit. Auch hier offenbarte sich eine deutliche Korrelation: Bei Probanden mit fortgeschrittener Parodontitis wurde ein fast dreifach erhöhtes Risiko festgestellt, an Lungenkrebs zu erkranken und daran zu sterben. 

Damit ergänzen die beiden Studien die lange Reihe guter Argumente dafür, regelmäßige zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch und den Kampf gegen Parodontitis ernst zu nehmen.