Fällt ein Zahn aus oder ist unwiederbringlich verloren, hilft nur Zahnersatz. Doch diesbezüglich gibt es viele Möglichkeiten. Was Patienten beachten sollten.
Das Allerbeste sind die natürlichen Zähne. Erfreulicherweise achten auch immer mehr Bundesbürger auf den Erhalt selbiger. Denn heutzutage fehlen jedem Erwachsenen durchschnittlich nur noch 2,7 Zähne. 1997 lag die Zahl noch bei 4,2. So zumindest die Zahlen der vierten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS IV), welche zahnmedizinische Daten von 1997 bis 2005 gesammelt und analysiert hat. Die Daten werden derzeit aktualisiert und im kommenden Jahr ist dann mit einer Veröffentlichung der neuen Zahlen zu rechnen. Ein Trend aus der DMS IV dürfte aber auch bei der aktualisierten Studie anhalten: Patienten bevorzugen festsitzenden Zahnersatz. Nur knapp fünf Prozent der Teilnehmer der DMS IV trugen eine Teil- oder Totalprothese. Präferiert wurden Brücken oder Implantate.
Zahnlücken sollten gerade im Frontzahnbereich nicht nur aus ästhetischen Gründen geschlossen werden. Denn die Lücke kann die Aussprache beeinträchtigen. Zudem können sich darin und bei den benachbarten Zähne leicht Speisereste festsetzen. Ebenso können die Nachbarszähne wegen des fehlenden Halts nach vorn kippen oder sich verlängern. Für die Vermeidung solcher Zahnwanderungen sollte daher spätestens ein halbes Jahr nach Verlust des Zahnes für Ersatz gesorgt werden.
Einsatz des ausgefallenen Zahns
Am besten ist es, wenn in die entstandene Lücke der ausgefallene, natürliche Zahn wieder eingesetzt wird. Dies gelingt allerdings nur beispielsweise bei Sportunfällen oder sonstigen Unfällen, wenn der ausgefallene Zahn noch intakt. An der Zahnwurzel müssen sich noch gesunde Zellen befinden. Für solche Fälle existieren spezielle Zahnrettungsboxen, die in der Apotheke erhältlich sind. In diesen Rettungsboxen können ausgeschlagene Zähne bis zu 24 Stunden aufbewahrt werden. Ist eine solche Box nicht vorhanden, ist die Aufbewahrung in kühler Milch oder im Mundraum selbst, in der Wange, empfehlenswert.
Bei Verlust eines Zahns aufgrund von Zahn- oder Zahnbetterkrankung ist das Einsetzen des natürlichen Zahns nicht möglich. Hier bleibt nur Zahnersatz wie Prothesen, Brücken, Implantate oder kombinierter implantatgestützter Zahnersatz. Welche Form des Zahnersatzes in Frage kommt, sollten Patienten mit ihrem Zahnarzt individuell besprechen. Aus vielerlei Gesichtspunkten empfehlenswert sind jedoch Implantate. Das sind künstliche Zahnwurzeln, meist aus Titan, welche so in den Kieferknochen eingesetzt werden, dass diese mit dem Kiefer fest verwachsen. Sie fügen sich somit in die natürliche Zahnreihe ein und haben einen festen Halt sowie eine lange Lebensdauer. Auf die künstliche Wurzel werden Keramikkronen gesetzt, welche dank moderner Dentaltechnik in allen möglichen Zahnfarben hergestellt werden können und somit für ein sehr natürliches, ästhetisches Aussehen sorgen. Implantate sind nicht nur ästhetisch, sondern sorgen auch für die vollständige Wiederherstellung der Kaufunktion. Anders als bei Brücken müssen bei Implantaten auch die Nachbarszähne nicht beschliffen werden. Somit geht keine wertvolle, gesunde Zahnsubstanz verloren. Grundvoraussetzung für Implantate ist jedoch, dass Knochen- und Weichgewebe im Implantationsgebiet entzündungsfrei sind. Auch eine schlecht eingestellte Diabetes kann eine Gegenanzeige für den chirurgischen Eingriff sein.

